In multi-nationalen Teams ist Englisch als Verkehrssprache unersetzlich und man könnte daher meinen, dass die meisten Missverständnisse vermieden werden könnten, wenn das Englischlevel auf allen Seiten gut genug ist.
Meiner Erfahrung nach bleibt dennoch ein reales Risiko bestehen, und zwar weniger durch falsche Wortwahl, sondern vielmehr durch einer unterschiedliche Interpretation der Begriffe, die von allen Seiten benutzt werden.
Wörter wie Agility, Risk/Reward, Innovation, Escalation oder sogar Compromise werden in den verschiedenen Business Kulturen sehr unterschiedlich ausgelegt.
Ein Beispiel:
In einem Projekt benutzten US Team Member das Wort Compromise, um Kolleg/innen aus Japan für einen schnelleren Roll Out der neuen Softwarelösung zu gewinnen.
"Surely, we can find a compromise to speed it up".
Für die Kolleg/innen im HQ in Japan (die durchaus gut Englisch sprachen!) klang das jedoch wie eine implizite Aufforderung, bei internen Prozessen ein paar Kompromisse einzugehen, was sich als Folge auch in der Produktqualität niederschlagen könne. Dies war für Japan natürlich völlig inakzeptabel.
Einer der Grundtipps bei JCO ist, dass sich alle Beteiligten entweder auf eine gemeinsame Definition zentraler Begriffe einigen oder zumindest anerkennen, dass die Interpretationen abweichen und weiterer Klärung bedürfen.
Zum Abschluss:
JCO führt sehr viele pan-europäische oder auch globale Workshops durch, in denen es gar nicht um Japan geht und auch dort gilt die gleiche Thematik (oft auch zwischen UK und US…)!
Gutes Englisch alleine ist kein Garant für gegenseitiges Verständnis.